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Trotz
des Aufschwungs in der Immunologie in den letzten 30 Jahren verfügen
wir heute noch über keine Vakzine gegen die wichtigsten Parasitenkrankheiten
des Menschen. Die eukaryontischen Parasiten haben, im Gegensatz zu den
Prokaryonten, dank komplexer Genome bessere Möglichkeiten, den "cross-talk"
mit dem Immunsystem aufzunehmen.
Viele
der Viren und Bakterien verfolgen eine "hit and run" Strategie.
Sie vermehren sich rasch und werden, bevor das Immunsystem effizient eingreifen
kann und in vielen Fällen sogar eine protektive Immunität erreicht
wird, schon wieder auf nächste Wirte übertragen.
Die
Infektion mit eukaryontischen Parasiten führt meist zu länger
andauernden Wirt-Parasitinteraktionen, zu chronischen Infektionen.
Dies geschieht im Normalfall, ohne dass eine Immunität aufgebaut
werden kann. Ist vor diesem Hintergrund überhaupt eine Vakzination
denkbar? Optimisten glauben, dass durch geeignete Antigene und eine adäquate
"Steuerung" der induzierten Immunantwort Erfolge möglich
seien.
Impfversuche
mit bestrahlten Sporozoiten haben beim Menschen zu einer vorübergehenden
Immunität gegen Malaria geführt, nicht jedoch die Impfung
mit Sporozoitenantigenen! Das gleiche gilt für die Bilharziose: mit
bestrahlten Zerkarien lässt sich bei Versuchstieren eine solche Immunität
aufbauen.
Es
geht also prinzipiell! Mehr Forschungsarbeit und höhere Forschungsgelder
sind Voraussetzungen dafür, Impfungen gegen Parasitosen zu realisieren.
Vergessen wir nicht, dass Parasiten über Jahrmillionen hinweg "immunologische
Studien" betrieben haben.
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