9. Wie können parasitäre Krankheiten in verschiedenen Wirtspopulationen bekämpft werden?

9.1 Exkurs: die Bilharziose (Schistosomiasis)

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Schistosomen besiedeln das Venensystem ihrer Wirte. Im Menschen kommen im wesentlichen 3 Arten vor:

  • Schistosoma mansoni (in den Mesenterialvenen)

  • Schistosoma haematobium (in den der Harnblase anliegenden Venen)

  • Schistosoma japonicum (in den Mesenterialvenen)

Die getrenntgeschlechtlichen Schistosomen heissen auch Pärchenegel, da sich die Partner zu Paaren zusammenfinden, um geschlechtsreif zu werden.

Der Entwicklungszyklus

Die einzelnen Schistosomenarten haben charakteristisch geformte Eier. Diese werden ins Blut abgegeben und zum Teil in Organe verschleppt. Eier, die in temperiertes Süsswasser gelangen, entlassen bereits nach kurzer Zeit bewimperte Larven, die Mirazidien. Diese dringen jeweils in bestimmte Schneckenarten ein, um sich in der Mitteldarmdrüse über Mutter- und Tochtersporozysten zu Gabelschwanzzerkarien (Furkozerkarien) zu entwickeln.
Bei Sonneneinstrahlung (S. mansoni und S. haematobium) oder abends (S. japonicum) schwärmen etwa 3-7 Wochen nach dem Eindringen der Mirazidien die ersten Furkozerkarien aus den Schnecken aus.
Die Ausschüttung von Zerkarien kann mehrere Wochen anhalten. Aus einem Mirazidium hat sich eine grosse Anzahl an Gabelschwanzzerkarien entwickelt.
Treffen die Zerkarien auf die Haut eines geeigneten Endwirtes, dringen sie innerhalb einer Minute in den Wirt ein (perkutane Invasion). Bei diesem Vorgang werfen sie ihren Gabelschwanz ab und werden zum Schistosomulum. Dieses wandert über die Hautvenen und das Herz zur Lunge, via linke Herzkammer und Aorta in die Mesenterialarterien und über die Kapillaren in die Pfortader. Schließlich werden die kleinen Pfortaderäste ereicht, wo die Schistosomulae innerhalb von 2-3 Wochen heranwachsen und Paare bilden.
Anschließend wandern sie zu den Mesenterialvenen (S. mansoni, S. japonicum) bzw. den der Blase anliegenden Venen (S. haematobium), werden geschlechtsreif und beginnen etwa zwei Monate nach dem Eindringen mit der Eiproduktion, die über 20 Jahre anhalten kann.