Exposition und Expositionsprophylaxe
Ein
wichtige Massnahme, eine Infektion mit einem Parasiten zu verhindern, ist
die Expositionsprophylaxe. Um den Kontakt mit einem Parasiten zu minimieren
oder ganz zu verhindern, ist es wichtig, Faktoren wie die spezifischen Übertragungsmechanismen
zu kennen. Bei Parasiten, die nicht direkt, sondern über Vektoren übertragen
werden, ist eine genaue Kenntnis über die Biologie und das Verhalten
der Überträger unerlässlich. Die nachfolgende kurze Liste zeigt
Massnahmen zur Expositionsprophylaxe bei unseren 7 Modellparasiten.
| Modellparasiten | Massnahmen zur Expositionsprophylaxe |
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Das HI-Virus wird in der Regel über Samen und Vaginalflüssigkeit und Blut übertragen. Eine HIV-positive Mutter kann das Virus jedoch auch beim Stillen an ihr Kind weitergeben. Massnahmen der Expositionsprophylaxe sind sicherer und geschützter Geschlechtsverkehr durch die Verwendung von Kondomen und Meidung aller Praktiken, die den direkten Kontakt zu Samen und Vaginalflüssigkeit beinhalten. Intravenös Drogenabhängige müssen sterile Spritzen benutzen und diese auf keinen Fall mit anderen teilen. Medizinisches Personal muss sich beim Umgang mit Blut durch geeignete Vorsichtsmassnahmen schützen. |
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Tuberkelbazillen werden meist aerogen über Tröpfcheninfektion, viel seltener oral (z.B. mit Milch von infizierten Kühen!) und Hautverletzungen übertragen. Die Tuberkelbazillen sind zum Glück nicht hoch ansteckend. Die Expositionsprophylaxe betrifft vor allem Angehörige eines TB Falles, die sich im Kontakt zum Kranken vor einer Übertragung durch Tröpfcheninfektion schützen müssen. |
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Die Übertragung der Neisserien von Mensch zu Mensch erfolgt vermutlich durch Inhalation von Tröpfchen von infiziertem nasopharyngealem Sekret und durch direkten oder indirekten oralen Kontakt. Die Expositionsprophylaxe hat zum Ziel, Kontakt mit erkrankten Personen zu vermeiden, solange diese infektiös sind. Bei Personen, die engen Kontakt zu einem Erkrankten hatten, kann eine Chemoprophylaxe erforderlich sein. |
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Gegen die Leishmaniose gibt es bisher keine wirksame Chemoprophylaxe. Deshalb ist die Expositionsprophylaxe entscheidend. Wirksam sind nur sehr engmaschige, mit Insektiziden imprägnierte Moskitonetze, da Schmetterlingsmücken sehr klein sind. |
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Um sich vor der afrikanischen Schlafkrankheit zu schützen, sollte man über das Verhalten der Tsetsefliegen Bescheid wissen. Glossinen sind tagaktiv. Durch das Tragen von Kleidung, welche die Haut überwiegend bedeckt, kann man sich vor dem Stich schützen. Ebenfalls wirksam sind Repellentien, die auf unbedeckte Hautpartien aufgetragen werden sollen. Daneben hat man herausgefunden, dass bestimmte Farben wie blau bevorzugt angeflogen werden. Die Wahl der Farbe der Kleidung spielt deshalb auch eine gewisse Rolle. |
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Plasmodien werden von Anophelesmücken übertragen, die meist in der Dämmerung oder nachts aktiv sind. Einen wirksamen Schutz bieten deshalb insektizidbehandelte Mückennetze (treated bednets). Daneben schützt auch Kleidung, die möglichst viele Hautpartien bedeckt sowie der Einsatz von Repellentien. |
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Zerkarien von Schistosomen leben im Wasser und penetrieren aktiv die Haut ihres Wirtes. Wichtigste Massnahme in einem Gebiet mit Bilharziose ist deshalb die Vermeidung von Wasserkontakt. Ist ein Aufenthalt im Wasser aus irgendeinem Grund erforderlich, sollte man dies zumindest nicht mit nackten Beinen tun. |