Epidemiologie (Ebene 3)

Kausalität

Eine Krankheit oder ein bestimmter Zustand wird durch eine Reihe von Kausalfaktoren bestimmt. Dabei lassen sich 4 Typen unterscheiden:

  1. Prädisponierende Faktoren: Alter, Geschlecht, Begleitinfektionen u.a.
  2. Ermöglichende Faktoren: Lebensstandard, Wohnsituation, Mangelernährung u.a.
  3. Beschleunigende Faktoren: Exposition gegenüber Pathogenen
  4. Verstärkende Faktoren: Stress, Verhalten u.a.

Als Risikofaktoren bezeichnet man Faktoren, die mit der Krankheitsentstehung positiv korreliert sind.

Die Suche nach Krankheitsursachen ist eines der Hauptanliegen der Epidemiologie.

Die Aufklärung einer Krankheitsursache

In kausale Schlussfolgerungen gehen Kriterien und Beurteilungen ein. Folgende Kausalitätskriterien sind von Bedeutung:

1. Zeitliche Abfolge Geht die Ursache der Wirkung voraus?
2. Plausibilität Stimmt die Assoziation mit anderen Erkenntnissen überein? (Plausibilitätskriterium)
3. Übereinstimmung von Beobachtungen Führen andere Studien zum gleichen Ergebnis? (Konsistenzkriterium)
4. Stärke der Zusammenhänge Wie stark ist der Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung? (relatives Risiko)
5. Dosis/Wirkung-Beziehung Ist die Wirkung bei erhöhter Exposition gegenüber der vermuteten Ursache stärker?
6. Reversibilität Führt die Beseitigung einer vermuteten Ursache zu einem verringerten Krankheitsrisiko?
7. Beurteilung der Evidenz Auf wievielen Beweisen beruhen die Ergebnisse?