Studienansätze
der Epidemiologie
Bei
beobachtenden Ansätzen unterscheiden wir beschreibende (deskriptive)
und analytische Studien. Beschreibende Studien sind wichtig zur Erstellung
von Hypothesen, welche in analytischen Studien überprüft werden
können.
1.
Beschreibende (deskriptive) Studien: Routinedaten aus der Gesundheitsstatistik.
Damit können Trends aufgezeigt werden.
- Querschnittsstudien
(Prävalenzstudien) messen die Prävalenz, wobei Exposition und
Wirkung gleichzeitig gemessen werden. Damit ist es schwierig, Zusammenhänge
zwischen Exposition und Wirkung aufzuklären.
- Longitudinalstudien:
Diese Studien lassen es zu, die Inzidenz einer Krankheit zu bestimmen.
2.
Analytische Studien: Mit analytischen Studien können Hypothesen überprüft
und Risikofaktoren quantifiziert werden.
- Kohortenstudien
(Follow-up Studien, Inzidenzstudien): In einer Longitudinalstudie wird die
Krankheitsinzidenz bei exponierten und nichtexponierten Personen bestimmt
und damit das Risiko der Erkrankung direkt gemessen. Kohortenstudien sind
sehr aufwändig und benötigen viel Zeit für Nachuntersuchungen.
Bei seltenen Krankheiten werden die Probandengruppen zu gross.
- Fall-Kontroll-Studien:
Sie werden oft durchgeführt, weil sie relativ einfach und kostengünstig
sind. Bei kranken (Fällen) und Gesunden (Kontrollen) wird die Exposition
zu möglichen krankheitsfördernden Faktoren verglichen. Die Befragung
der Probanden führt in die Vergangenheit, weshalb wir auch von retrospektiven
Studien sprechen (allerdings kann auch eine Kohortenstudie in der Vergangenheit
liegen). Fall-Kontroll-Studien erlauben es nicht, das absolute Risiko zu
berechnen, sondern sie ergeben eine Abschätzung des relativen Risikos
durch die Berechnung der Odds-Ratio (O.R.).
Ein
weiterer Ansatz ist die Durchführung von Interventionsstudien.
Die
Epidemiologie dient als Basis für Interventionsstudien (Impfversuche,
Präventionskampagnen etc.)
- plant
Studien, um Infektionen/Krankheiten zu verhindern
- oder
misst den Einfluss von Kontrollmassnahmen
Die
wichtigste "W-Frage" ist "Was nun?"
1.
Was gilt es zu tun?
2. Haben die Interventionsmassnahmen eine Wirkung?