Zeitdimension
Parasit
Bei Mikroparasiten nimmt die Parasitendichte in der Regel rasch zu. Es entsteht eine Population von Krankheitserregern. Dabei entstehen neue Mutanten. Nach einigen Generationen besteht die Infrapopulation aus einer heterogenen Ansammlung von genetisch ähnlichen Individuen. Diese stehen im Wettbewerb um gemeinsame Ressourcen (= intraspezifische Konkurrenz) und sind gegenüber der Wirtsabwehr unterschiedlich resistent: so können „Fluchtmutanten“ den Effektormechanismen des Immunsystems entgehen.
Auch zwischen verschiedenen Parasiten gibt es Wettbewerb (= interspezifische Konkurrenz). Der Parasit, der sich schneller vermehrt, hat gegenüber dem langsameren Paraiten Wachstumsvorteile. Der Wettbewerb zweier Parasiten kann eine Selektion für Virulenz verursachen. Zudem kommt es zu Inteerferenzen zwischen den ausgelösten Immunantworten, welche die vorhandene Parasitengemeinschaft unterschiedlich beeinflussen. Dies reicht von einer für den Wirt günstigen Kreuzimmunität bis zu opportunistischen Infektionen (z.B. fulminante Leishmaniose bei HIV), die zum Tod des Wirtes führen.
Die Regulation der Parasitendichte kann auch von einer Infrapopulation ausgehen.