Der Wirt (Ebene 3)

Der Endwirt

Wirte, in denen die sexuelle Phase der Reproduktion abläuft, werden Endwirte genannt.

Der Zwischenwirt

Wirte, in denen eine asexuelle oder unisexuelle Fortpflanzung stattfindet, nennen wir Zwischenwirte.

Zwischenwirt von Plasmodium falciparum ist der Mensch, da die sexuelle Fortpflanzung in der Stechmücke stattfindet.

Haupt- und Nebenwirt

Nach ihrer epidemiologischen Bedeutung unterscheiden wir Hauptwirte von Nebenwirten. Hauptwirte sind die für den Parasiten bedeutendsten, Nebenwirte dagegen die nebensächlichsten End- oder Zwischenwirte.

Fehlwirt und Gelegenheitswirt

Die Begriffe Fehlwirt und Gelegenheitswirt (akzidenteller Wirt) haben unterschiedliche Bedeutung:

Im Fehlwirt gelingt es dem Parasiten nicht, sich normal zu entwickeln.


Beispiele beim Menschen:

  • Zerkariendermatitis ("Badedermatitis") beim Menschen: Zerkarien von Vogeltrematodenarten sterben im Fehlwirt ab und führen zu Hautproblemen (Juckreiz, Papeln)
  • Kutane Larva migrans bei Infektion mit tierpathogenen Hakenwürmern

Gelegenheitswirte sind Wirte, die nur sehr selten befallen werden, in denen sich der Parasit aber entwickeln kann.

Beispiele:

  • Mensch für Dicrocoelium dendriticum
  • Hund oder Katze als Endwirte für Echinococcus multilocularis
  • Mensch als akzidenteller Zwischenwirt für Echinococcus multilocularis

Sammel- (Warte)wirt

Der Begriff paratenischer Wirt bezeichnet einen Wirt, der für die Entwicklung des Parasiten nicht essentiell ist; daher auch der Name Wartewirt. Die ökologische Bedeutung liegt in der Tatsache, dass Parasiten in paratenischen Wirten aggregieren; daher auch der Name Sammelwirt.

Überträger

Überträger — auch Vektoren genannt — sind Ektoparasiten, die einen Parasiten von einem Wirt auf den nächsten übertragen und in denen eine Vermehrung und/oder eine Entwicklung stattfindet.

Reservoir

Reservoir bezeichnet die Gesamtheit aller infizierter Wirte, wobei vor allem langlebige, tolerante Wirtsarten und -populationen geeignet sind.

Aus menschlicher Sicht sind Reservoirwirte Tiere, von denen Zoonosen übertragen werden können.

Beispiel:

Wirtsspezifität

Die Wirtsspezifität bezeichnet den spezifischen Anpassungsgrad eines Parasiten an eine bestimmte Wirtsart.

Hohe Wirtsspezifität:

Plasmodium falciparum

  • Nur Menschen werden infiziert, im Labor auch Affen der Gattung Aotus, andere Primaten erst nach Entfernung der Milz.
  • Die hohe Wirtsspezifität ist eines der grossen Probleme bei der Impfstoffforschung für Malaria.

Niedrige Wirtsspezifität:

Dicrocoelium dendriticum

  • Hauptwirte: Schafe, Rinder
  • Nebenwirte: Hund, Mensch (sehr selten)